Fertig bauen oder nicht?

22. Januar 2021

Die fertige Leitung soll Hunderte Kilometer lang werden. Sie soll Erdgas von Russland nach Deutschland und in andere europäische Länder bringen. Und zwar durch die Ostsee! Mit dem Erdgas könnten wir zum Beispiel heizen. Dieses riesige Bauprojekt heißt Nord Stream 2 (gesprochen: nord striim). Eigentlich sollte es schon fertig sein. Doch es gibt immer wieder Streit. Nicht alle wollen, dass Nord Stream 2 gebaut wird. Endgültig entschieden ist noch nicht.

Das sagen die Befürworter:

Energie brauchen wir unter anderem zum Heizen. Sie wird etwa aus Braunkohle und Erdgas erzeugt. Auch aus Wind und Sonne gewinnen wir Energie. Oder wir erzeugen sie in Atomkraftwerken. Manche dieser Möglichkeiten sind umstritten: Kohlekraftwerke soll es deswegen in Zukunft nicht mehr geben. Das hat die Regierung beschlossen, um das Klima zu schützen. Auch Atom-Kraftwerke werden abgeschaltet.

Doch viele sagen: Allein aus Quellen wie Wind und Sonne können wir noch nicht genug Energie gewinnen. Wir brauchen weiterhin Erdgas. Weil in Deutschland aber kaum Erdgas im Boden steckt, müssen wir es in anderen Ländern kaufen. Russland hat viel Erdgas. Die Befürworter finden: Die Leitung wäre deswegen gut für Deutschland. Hinzu kommt: Für den Bau von Nord Stream 2 wurde bereits viel Geld ausgegeben. Steigt Deutschland jetzt noch aus, würde viel Geld verloren gehen.

Das sagen die Gegner:

Deutschland macht sich zu sehr von Russland abhängig. Denn was wäre, wenn es mal Streit zwischen den Ländern gibt? Dann könnte Russland die Leitung dicht machen und Deutschland erpressen. Auch andere europäische Länder befürchten so etwas. Außerdem gefällt vielen Leuten nicht, wie in Russland mit Menschen umgegangen wird. Es kann dort gefährlich sein, etwas gegen die Regierung zu sagen. Die Gegner von Nord Stream 2 meinen deshalb: Man sollte keine Geschäfte mit Russland machen, um zu zeigen: Wir finden nicht gut, was ihr tut.

Auch Umweltschützer sind gegen den Bau der Leitung. Sie befürchten, dass Schutzgebiete für Tiere zerstört werden. Denn an einigen Stellen der Strecke sollen die Rohre nicht auf dem Meeresboden liegen, sondern darin. Dafür muss gegraben werden. Die Umwelt würde gestört.

dpa.

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